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Zuckersteuer

Zuckersteuer-Schlupfloch: Lohnt sich jetzt der billige Einkauf auf Helgoland?

Die geplante Zuckersteuer soll Limonaden und Energydrinks in Deutschland spürbar verteuern – doch zwei bekannte Orte sind offiziell davon ausgenommen. Warum ein vermeintlicher Schnäppchen-Ausflug nach Helgoland oder Büsingen für Verbraucher trotzdem zur Kostenfalle wird, lesen Sie hier.

Melanie Baumann
Melanie Baumann/Melanie Baumann zeigt unseren Leserinnen und Lesern, wie man auch mit kleinem Budget effektiv spart und langfristig Vermögen aufbaut. Sie ist unsere Expertin für Alltagsfinanzen, Versicherungsvergleiche und Haushaltsoptimierung./16. Oktober 2026, 06:34 Uhr
Zuckersteuer-Schlupfloch: Lohnt sich jetzt der billige Einkauf auf Helgoland?

Es ist beschlossene Sache: Die Bundesregierung macht Ernst mit der Zuckersteuer. Nach jahrelangen Diskussionen hat sich das Kabinett auf einen Gesetzentwurf geeinigt. Schon bald sollen süße Getränke wie Cola, Limonaden, Eistees und Energydrinks im Supermarktregal spürbar teurer werden. Das Ziel der Politik ist klar: Wir sollen gesünder leben und weniger Zucker konsumieren. Doch für uns Verbraucher bedeutet das erst einmal eine weitere Belastung für den Geldbeutel.

Wer den 87-seitigen Gesetzentwurf aufmerksam liest, stößt jedoch auf ein kurioses Detail. In Paragraf 1 heißt es nämlich, dass das Steuergebiet zwar die gesamte Bundesrepublik umfasst – jedoch mit zwei prominenten Ausnahmen: die Gemeinde Büsingen am Hochrhein und die Nordseeinsel Helgoland. Bedeutet das für uns Sparfüchse, dass wir dort bald palettenweise steuerfreie Limonade kaufen können? Wir bei "Geldspur" haben für Sie nachgerechnet.

### Warum Helgoland und Büsingen steuerfrei bleiben Dass ausgerechnet diese beiden Orte von der Zuckersteuer verschont bleiben, hat keine gesundheitlichen Gründe. Es liegt schlicht am deutschen Zoll- und Verbrauchsteuerrecht. - **Büsingen am Hochrhein** ist eine deutsche Exklave. Die Gemeinde gehört zwar politisch zu Baden-Württemberg, ist aber komplett von der Schweiz umgeben. Daher zählt sie zollrechtlich zum Schweizer Staatsgebiet. - **Helgoland** wiederum liegt weit draußen in der Nordsee. Politisch gehört die Insel zu Schleswig-Holstein, genießt aber einen zoll- und umsatzsteuerrechtlichen Sonderstatus als sogenanntes Drittlandsgebiet. In der Theorie bedeutet das: Weder die neue Zuckersteuer noch andere deutsche Verbrauchsteuern (wie etwa auf Alkohol) werden dort fällig. Auf den ersten Blick klingt das nach dem perfekten Paradies für Schnäppchenjäger.

### Die bittere Wahrheit: Logistik frisst den Steuervorteil auf Doch wer jetzt schon den Kofferraum für eine Shopping-Tour packt, wird bitter enttäuscht. In der Praxis verpufft der vermeintliche Preisvorteil fast vollständig. Das liegt zum einen an den enormen Logistikkosten. Helgoland liegt rund 60 Kilometer vom Festland entfernt. Jede Dose Cola und jede Flasche Eistee muss mühsam per Schiff auf die Insel transportiert werden. Diese hohen Frachtkosten schlagen die Händler natürlich auf den Verkaufspreis auf. Zum anderen profitieren die lokalen Einzelhändler selbst kaum von den theoretischen Steuervorteilen. Sebastian Meinhardt, der den Inselmarkt auf Helgoland betreibt, erklärt das Dilemma: Er bezieht fast 100 Prozent seiner Ware direkt über deutsche Großhändler vom Festland. Das bedeutet, dass er bereits beim Einkauf die vollen deutschen Verbrauchsteuern bezahlt. Hinzu kommt eine veraltete Gemeindeeinfuhrsteuer auf Helgoland, die die Preise zusätzlich nach oben treibt. Am Ende ist die Limonade auf der Insel trotz Steuerbefreiung oft sogar teurer als auf dem Festland.

### Geldspur-Tipps: So sparen Sie trotz Zuckersteuer Da der steuerfreie Einkaufsausflug ins Wasser fällt, müssen andere Strategien her, um den Geldbeutel zu schonen. Als Verbraucher sind Sie der neuen Steuer nämlich nicht schutzlos ausgeliefert:

1. **Steigen Sie auf Leitungswasser um:** Es klingt banal, ist aber der mit Abstand effektivste Spartipp. Leitungswasser in Deutschland hat eine hervorragende Qualität und kostet fast nichts. Wer Sprudel vermisst, kann in einen Wassersprudler investieren. 2. **Sirup statt Fertiggetränk:** Viele Getränkesirups sind hochkonzentriert und im Verhältnis deutlich günstiger als fertige Limonaden aus der Flasche. Zudem können Sie die Süße selbst dosieren. 3. **Auf "Zero"-Produkte achten:** Prüfen Sie, wie die finale Gesetzgebung zuckerfreie Alternativen mit Süßungsmitteln einstuft. Oft sind diese von solchen Steuern ausgenommen oder geringer belastet – und sie sind ohnehin besser für die Zähne. 4. **Vorräte anlegen:** Sobald das genaue Einführungsdatum feststeht, lohnt es sich, bei Sonderangeboten von haltbaren Lieblingsgetränken im Supermarkt zuzugreifen und einen kleinen Vorrat anzulegen.

Die Zuckersteuer wird kommen, und das vermeintliche Schlupfloch auf Helgoland taugt leider nicht zum Sparen. Doch mit ein paar bewussten Entscheidungen im Alltag lässt sich der Preisschock an der Kasse ganz leicht abfedern. Bleiben Sie clever!

Redaktionelle Bearbeitung durch Geldspur. Ausgangsmeldung: fr.de

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