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Müller oder dm? Der große App-Check: Wo Du beim Drogerie-Einkauf wirklich bares Geld sparst

Ob Duschgel, Windeln oder Putzmittel – Drogerieeinkäufe gehen im Monat ganz schön ins Geld. Die Apps von dm und Müller versprechen fette Rabatte, doch unser Vergleich zeigt: Nur wer die feinen Unterschiede kennt, holt das Meiste aus seinem Kassenbon heraus.

Melanie Baumann
Melanie Baumann/Melanie Baumann zeigt unseren Leserinnen und Lesern, wie man auch mit kleinem Budget effektiv spart und langfristig Vermögen aufbaut. Sie ist unsere Expertin für Alltagsfinanzen, Versicherungsvergleiche und Haushaltsoptimierung./14. Oktober 2026, 23:23 Uhr
Müller oder dm? Der große App-Check: Wo Du beim Drogerie-Einkauf wirklich bares Geld sparst

Wer heute durch die Gänge von dm oder Müller schlendert, kommt an ihnen kaum vorbei: den hauseigenen Smartphone-Apps. „Jetzt scannen und sparen“, prangt auf Schildern und Kassenbons. Aber Hand aufs Herz: Lohnt sich das Herunterladen und das Preisgeben der eigenen Daten überhaupt? Oder verstopfen die Programme nur den Speicherplatz auf dem Handy?

Wir von der „Geldspur“-Redaktion haben uns die beiden Platzhirsche der deutschen Drogerie-Landschaft genau angeschaut. Das exklusive Datenmaterial der Analysten von Coupons.de liefert erstaunliche Erkenntnisse darüber, wo Du beim Wocheneinkauf von Zahnpasta, Waschmittel und Co. am meisten für Deinen Geldbeutel herausholst.

### Der nackte Zahlenvergleich: Müller zieht auf der Überholspur vorbei

Fangen wir mit dem einfachsten Szenario an: Du gehst ohne große Vorbereitung in die Filiale, kaufst ein und scannst an der Kasse einfach nur Deine App. Welches System belohnt Dich im Alltag besser? Hier gibt es einen überraschend eindeutigen Sieger.

Bei **Müller** sammelst Du mit jedem Einkauf sogenannte „Blüten“. Die Formel ist simpel: Für jeden ausgegebenen Euro wandert eine Blüte auf Dein Sparkonto. Jede dieser Blüten hat einen festen Gegenwert von einem Cent. Das entspricht einer garantierten Ersparnis von **1,0 Prozent** auf Deinen gesamten Einkauf.

**dm** setzt dagegen auf das bewährte Payback-System. Hier ist die Rechnung etwas magerer: Nur für jeden zweiten ausgegebenen Euro erhältst Du einen Punkt (Wert ebenfalls ein Cent). Das bedeutet auf der Basisebene eine Ersparnis von gerade einmal **0,5 Prozent**.

In der Praxis bedeutet das: * Bei einem Einkaufswert von **100 Euro** bekommst Du bei Müller 1,00 Euro zurück, bei dm nur 50 Cent. * Gibst Du **150 Euro** aus, wandern bei Müller 1,50 Euro auf Dein Sparkonto, während dm-Kunden sich mit 75 Cent begnügen müssen.

Geht es rein nach dem Standard-Rabatt, hat Müller die Nase also ganz weit vorn.

### Die Coupon-Falle: Warum die Basis nur die halbe Wahrheit ist

Doch wer klug spart, verlässt sich nicht nur auf die magere Basis-Vergütung. Die wahre Magie des Sparens entfaltet sich erst durch das Aktivieren von Coupons. Und genau hier kann sich das Blatt im Alltag ganz schnell wenden.

Die Karlsruher Drogeriekette dm nutzt die gigantische Datenmacht von Payback. Das bedeutet für Dich: Du erhältst regelmäßig personalisierte Coupons, die genau auf Dein Einkaufsverhalten zugeschnitten sind. Wer oft Windeln kauft, bekommt Extra-Punkte auf Babyprodukte; wer bestimmte Kosmetik bevorzugt, wird dort belohnt. Mit sogenannten Mehrfach-Punkten (zum Beispiel „10-fach auf den gesamten Einkauf“) schrumpft der Vorsprung von Müller rasant. Aus 0,5 Prozent Ersparnis werden so im Handumdrehen 5,0 Prozent oder mehr.

Müller bietet zwar ebenfalls digitale Coupons in der App an, diese sind jedoch häufig starrer und weniger auf das individuelle Kaufverhalten optimiert. Zudem musst Du bedenken, dass Müller ein deutlich breiteres Sortiment hat. Neben Drogerieartikeln findest Du dort Spielwaren, Schreibwaren und Multimedia. Wer gezielt nach diesen Produktgruppen sucht, kann mit Müller-Coupons enorme Summen sparen, die dm mangels Sortiment gar nicht bieten kann.

### Achtung, Kleingedrucktes: Die Tücken im Detail

Egal für welche App Du Dich entscheidest: Geschenkt gibt es die Rabatte nicht. Als Verbraucher musst Du die Spielregeln kennen, sonst gehst Du an der Kasse leer aus.

* **Der Aktivierungs-Zwang:** Weder bei dm noch bei Müller reicht es, die App an der Kasse einfach nur vorzuzeigen. Die Coupons und Rabatte müssen *vor* dem Kassiervorgang in der App aktiv per Fingertipp freigeschaltet werden. Wer das vergisst, verschenkt bares Geld. Eine nachträgliche Gutschrift ist ausgeschlossen. * **Das Verfallsdatum:** Müller-Blüten sind kein Sparbuch für die Ewigkeit. Sie verfallen unweigerlich nach zwölf Monaten. Du musst sie also regelmäßig einlösen. * **Die Ausnahmen:** Nicht alles bringt Punkte. Bei dm sind gesetzlich preisgebundene Artikel wie Bücher, aber auch Säuglingsanfangsnahrung und Pfand vom Punktesammeln ausgeschlossen.

### Komfort im Alltag: Wo dm punktet

Sparen ist das eine, die Usability im stressigen Alltag das andere. Hier merkt man dm die hohe Digitalisierungskompetenz an. Die dm-App glänzt mit praktischen Zusatzfunktionen: Ein integrierter Produktscanner verrät Dir schon im Laden Details zum Produkt, der digitale Kassenbon schont die Umwelt und die Express-Abholung ermöglicht es, den Einkauf online zu bestellen und bereits drei Stunden später fertig gepackt in der Filiale abzuholen.

### Der Geldspur-Ratgeber: So holst Du das Maximum heraus

Für uns Verbraucher gilt: Die eine, perfekte App gibt es nicht. Aber mit der richtigen Strategie holst Du das Optimum für Deinen Geldbeutel heraus.

* **Der Kombi-Trick:** Nutze beide Apps. Drogerieartikel des täglichen Bedarfs kaufst Du dort, wo Du gerade die besseren Coupons hast. Für Spielwaren, Schreibwaren oder Parfüm ist Müller meist die günstigere und reichweitenstärkere Wahl. * **Preise vergleichen, nicht nur Punkte:** Ein Rabatt von 10 Prozent nützt nichts, wenn das Produkt beim Konkurrenten ohnehin 15 Prozent günstiger im Regal steht. Vergleiche stets die Endpreise der Eigenmarken (Balea bei dm vs. Mivolis oder Müller-Eigenmarken). * **Sammeln und gezielt einsetzen:** Warte bei dm auf die großen Mehrfach-Punkte-Aktionen, um Deinen Vorratseinkauf (Putzmittel, Toilettenpapier) zu erledigen. Löse Deine gesammelten Müller-Blüten konsequent vor Ablauf der Zwölfmonatsfrist ein.

Redaktionelle Bearbeitung durch Geldspur. Ausgangsmeldung: Derwesten.de

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